Partille-Cup 2015

Partille Cup 2015

Montag, 29.06, Anfahrt

Im Sommer gibt es immer ein Ereignis, dessen Klang die Aufregung und die freudige Erwartung zumindest bei den teilnehmenden Personen ansteigen lässt. Man kann es kaum erwarten und wenn die Woche vergangen ist, dann war es zwar erschöpfend, aber doch zu schnell vorbei. Na klar, natürlich ruft Partille, die ungeschlagenen Dimension, was den Jugendhandball anbelangt.

So ergeht es uns auch dieses Jahr wieder. Na ja, dieses Jahr bin ich eigentlich nur Beiwerk und da ich es nicht lassen kann, auch in gewissem Rahmen Berichterstatter. Angefangen Montagmorgen kurz vor Abfahrt. Erst einmal die Jugendlichen einsammeln. Vom General zur Sammelbox für unterschriebene Einverständniserklärungen zwangsverpflichtet, beginnt die Fahrt nicht gerade aus der sonst so relaxten Beobachtungsposition. Trotzdem kann man auch so in Ruhe auf sich einwirken lassen, wie der neueste Bekleidungstrend für einwöchige Turniere ausfällt. Während einige die sportlich leichte Variante wählen, ist auch eine Lederjacke im Sammelsurium vertreten. Nun immerhin, was gegen Kälte gut ist, soll auch gegen Hitze nicht schlecht sein. Wird zumindest gemunkelt. Während der Fahrt haben einige Basecaps echte Schwierigkeiten den Kopf ihres Besitzers zu verlassen. Muss irgendein schon längst vergessenes Imponiergehabe sein, denn man kann beim besten Willen nicht feststellen, dass es in den Bus rein regnet, zumal Regen irgendwie auch gar nicht angesagt ist.

Trotz reichlich Zeit kommen auf halber Strecke zur Fähre nach einer Rast den Partille-Veteranen unwillkürlich Erinnerungen an nahezu vergessene hektische Zeiten hoch, als wir kurzfristig in einem Stau stehen. Aber schon bald geht das Atmen wieder leichter und es ist wieder freie Fahrt angesagt, so dass auch relativ zügig der Fährhafen in Frederikshavn erreicht wird. Dort wird uns eine Gitterbox für die Gepäckstücke, Koffer und Sporttaschen zur Verfügung gestellt. Der Stapler vom Dienst verweigert jedoch seinen Einsatz, da er nicht so vorgehen darf, wie er möchte. Na dann eben nicht. Hat jedoch den Nachteil, dass er nach der Packorgie nicht mehr auf den Container sehen kann, da für seine Augen dort eher Chaos herrscht. Ist dann aber sowieso egal, als noch weitere Gepäckstücke von anderen Reisenden dazu gestapelt werden.

Auf der Fähre dem Zielort entgegen, alle mit dem obligatorischen ‚Göteborg T-Shirt‘ uniformiert. Alle? Nein, einer widersetzt sich mal wieder diesem universellen Gruppenzwang, natürlich nicht ohne den unvermeidlichen Rüffel zu kassieren. Ansonsten verläuft die Fahrt ohne Zwischenfälle. Die üblichen taktischen Anweisungen sind schon am Fährhafen ausgesprochen worden. Unter anderem die minimale Gruppengröße, das Spielverbot mit dem Handy und unser Abzählreim. Mann, so was Uncooles. Sollte nicht der Spaß im Vordergrund stehen? In Göteborg angekommen, erwartet uns dank guter Beziehungen des Generals, wen bzw. wer kennt sie eigentlich nicht, ein Bus, der uns in die nicht gerade nahe gelegene Unterkunft bringen wird. Die Schule in Frölunda ist in dieser Woche unser Domizil, und bei dem Rundblick über die umliegenden Wohnblöcke, stellen wir zufrieden fest, dass wir hier Gott sei Dank nicht leben müssen.

Dort angekommen, werden schnell die Unterkünfte bezogen und dann noch das Abendessen eingenommen. Irgendwie scheint auch hier das Dach undicht zu sein, aber die Mützen sind ganz schnell runter vom Kopf und es wird zukünftig beim Essen gar nicht erst versucht. Die Unterkünfte werden noch schnell umorganisiert. Die Jungs dürfen einen Raum beziehen. Für 20 Leute eine sehr gemütliche Enge. Die Mädels haben ebenfalls ein Raum für sich. Es wird sich im Verlauf zeigen, dass es einfacher ist, einen Raum zuzumüllen wenn einem mehr freie Fläche zur Verfügung steht. Wir danken dem in dieser Hinsicht engagierten Teil unserer Gruppe für diese Erkenntnis. Die Betreuer haben wie immer einen Raum für sich, taktischer Weise zwischen dem männlichen und weiblichen Sektor.

Die einzige Kröte, die einer der Trainer schlucken muss, ist, dass auch einer seiner liebsten Widerparts auf der Trainerbank ebenfalls in der Schule einquartiert ist. Man kann eben nicht alles haben.

Zum Abschluss des Tages noch einmal ganz kurz die Jungs gerüffelt, denn das mit dem Abzählen ist eine ganz schwere Nummer und einfach ganz uncool. Noch schnell die Frühstückszeit für den nächsten Tag verkündet und das ist es schon. Ist doch ganz einfach.





Dienstag, 30.06

Nun heute sollen die ersten sportlichen Aktivitäten stattfinden. Also erst einmal duschen, Kaffee trinken und später zum Frühstück. Duschen ist auf 7 Uhr festgelegt, aber es stellt sich heraus, dass das nicht so glücklich gewählt ist. Es herrscht schon ein gewisser Andrang. Da bleibt die morgendliche Ruhe vollkommen auf der Strecke. Also morgen etwas früher aufstehen.

Die Jungs dürfen relativ gechillt erst um 8 Uhr beim Frühstück erscheinen. Da keine Proteste aufleben liegt das anscheinend im Bereich des Machbaren. Um 8 Uhr 30 setzt sich unsere Mannschaft dann in Bewegung Richtung Heden, wo heute unsere beiden Spiele ausgetragen werden. Das läuft prima, Verkehrsverbindung ist ausgezeichnet. Das bedeutet, dass wir mehr als pünktlich auf dem Platz sind, was wiederum den Trainern Zeit für einen Kaffee gibt. Man merkt schon, gehört irgendwie zum Lebenselixier bei den Betreuern. Doch leider scheinen wir zu früh zu sein, da die Lounge noch nicht geöffnet hat, und brav wie wir sind, überklettern wir auch nicht die Absperrung, obwohl wir uns nicht des Gefühls erwehren können, dass wir die Einzigen sind, die das nicht tun. Na gut, dann eben erst das Spiel.

9 Uhr 40 1.Vorrundenspiel

Unser Gegner ist Fyllingen Il, eine Mannschaft aus Norwegen. Mit skandinavischen Gegnern hat man immer einen Widerpart, der einen schon wirklich fordert. Und richtig, bevor wir uns versehen, sind wir beim 3 : 0 schon im Rückstand. Schnell spielen ist eben nicht verboten, genauso gleich bei Spielbeginn schon voll konzentriert zu sein. Dennoch, langsam nehmen auch wir aktiv am Spielgeschehen teil und gleich sehen wir nicht mehr ganz so unterlegen aus. Beim 3 : 2 und 4 : 3 sieht die Welt dann schon wieder fast in Ordnung aus. Nachdem wir beim 5 : 5 das erste Mal den Ausgleich erreichen, kann das Spiel eigentlich richtig losgehen. Und richtig, jetzt bekommen wir das Gefühl, den Gegner richtig im Griff zu haben. Das 5 : 8 zur Halbzeit ist schon die halbe Miete und nun müssen wir den Sack eigentlich nur noch zu machen.

15 Minuten müssen doch eigentlich reichen, um das Turnier mit einem glänzenden Start zu beginnen, so denken wir ganz zuversichtlich. Wir sind schon so lange dabei und unterliegen immer noch solch Gedankenspielen. Die Wirklichkeit holt uns denn auch relativ brutal auf den Boden der Tatsachen zurück. Als wenn wir nicht nur Spieler ausgewechselt, sondern auch einmal kurz den Speicher geleert haben, ist nichts mehr übrig von der bisherigen Leistung. Der so scheinbar komfortable Vorsprung schmilzt dahin und wandelt sich in der Folge beim 11 : 8 wieder in einen 3-Tore Rückstand. So schnell kommt man vom Höhenflug in das Tal des Jammers. Den Sack nicht zugemacht, stattdessen selbst hineingesprungen. Aber noch einmal schöpfen wir Hoffnung auf eine glückliche Wendung beim Anschlusstreffer zum 11 : 10 . Doch die Zuversicht schwindet, da unsere Abwehr alles andere als stabil ist. Am Ende bleibt nur eine 13 : 10 Niederlage, die wir selber verbockt haben.





Tief durchatmen und den ersten Tritt, den wir uns großzügig selbst verpasst haben, versuchen zu verdauen. Der Kommentar des gegnerischen Trainers ‚gut gespielt‘ erweist sich auch für spätere Kommentare dieser Art als schönfärbende Formel für die Tatsache, dass wir uns eigentlich selber besiegt haben. Also doch ein Sieg, kommt nur auf die Blickweise an.

Die Trainer brauchen jetzt erst einmal einen Kaffee. Zwar ist die Leader-Lounge jetzt geöffnet, aber der General ist wohl der Meinung, wir hätten das noch nicht verdient und somit unseren Zugangsausweis erst einmal einbehalten. Strafe muss sein. Nach Klärung des Sachverhaltes können wir dann doch noch einen Kaffee trinken. Dann geht es nach Valhalla um unserer 2.B-Jugend bei ihrem Match zuzusehen. Vielleicht können wir ja was lernen, z.B. wie man das erlegte Wild nicht wieder von der Schippe springen lässt.

Nach ein wenig Unterrichtung in Sachen Handball gibt es die fällige Spielbesprechung im Schatten zweier Bäume. Vielleicht ist es nur Zufall, mag glauben wer will, aber einer unserer Jungs kommt sich dabei ziemlich beschissen vor. Ganz am Ende dürfen sie zur Belohnung noch schnell einen Einkauf am Kiosk tätigen. Nebenbei wird einem unserer Spieler auch noch klargemacht, dass die Spielanalyse immer noch durch die Trainer erfolgt. Danach geht es wieder positiv denkend nach Heden zurück, denn schließlich wartet schon bald das zweite Spiel auf uns.

13 Uhr 45 2.Vorrundenspiel

Unser zweiter Gegner ist Tj Dukla Praha aus der Tschechei. Die Jungs zeigen uns auch gleich wo es lang geht. 0 : 2 ist nicht gerade ein verheißungsvoller Start, aber dann kommt zumindest der Anschlusstreffer. Trotzdem ist damit die ganze Herrlichkeit auch schon vorüber. Der Gegner spielt eine harte Abwehr, die jedoch noch im Bereich der Akzeptanz liegt. Das ist eine Gangart, die wir in dieser Kompromisslosigkeit nicht gewohnt sind und haben somit reichlich Probleme. Da wir selber lieber einstecken als austeilen, ist unsere Trefferquote eher bescheiden und unsere Abwehrleistung entspricht dem. Mehr als den Rückstand auf 2 Tore zu verkürzen gelingt uns nicht und der Halbzeitstand von 6 : 10 lässt nichts Gutes für die zweite Hälfte erwarten.

Immerhin gelingt es uns bis wenige Minute vor Spielende den Abstand nicht noch größer werden zu lassen. Leider können wir nicht aufholen, da wir immer postwendend den Gegentreffer kassieren. Am Ende der Begegnung knicken wir jedoch noch einmal wirklich ein und werden noch einmal kräftig durchgeschüttelt, so dass der Endstand dann deprimierend hoch ist mit 11 : 20 .





So, genug für heute mit zwei Niederlagen. Das soll erst einmal verarbeitet werden. Auf der Rücktour haben wir dann noch die Begegnung der verunsichernden Art. Ein Schwede, der nicht ganz alleine ist will unbedingt mit einem unserer Jungs ein paar Schlucke tauschen. Obwohl der Inhalt seiner Flasche klar ist, sagt uns das dennoch irgendwie, dass das kein Wasser ist. Am Ende läuft aber alles glimpflich ab, bis auf den Verlust einer Cola-Flasche. Cola ist halt ungesund.

Noch ist der Tag nicht vorbei. Mittag- bzw. Abendessen und danach steht die Eröffnungsfeier im Scandinavium an. Also wieder in die Stadt. Die Dream-Teams finden sich schnell. Angekommen heißt es erst einmal warten. Alle die dort bereits versammelt sind, haben Karten in der Hand, nur unsere Hände sind irgendwie merkwürdig leer. Nach einigen Diskussionen verlassen zwei der Betreuer unsere Gruppe, um auch für uns Karten zu besorgen, falls dies überhaupt noch möglich ist. Nun geht die Warterei los. Einigen Jungs fällt dies doch sehr schwer und die Feststellung ‚Geduld ist die Schwäche der Jugend‘ wird mit einem lakonischen ‚stimmt‘ bestätigt.

Aber auch jede Warterei geht einmal zu Ende und Karten gibt es auch noch. 2 Stunden Eröffnungsfeier, die leider von ein, zwei deutschen Vereinen phasenweise gestört wird. Schade, dass es immer wieder welche gibt, die nicht wissen, wie man sich benimmt und anscheinend deren Betreuer auch nicht. Am Schluss wird vor dem Veranstaltungsort im Chaos wieder das lustige Such- und Zählspiel ‚Wo sind unsere Schutzbefohlenen‘ gestartet. Denn immerhin sollen ja auch alle wieder mit. Also kurzes durchzählen. Ist klar, einige Witzbolde der 2.B-Jugend müssen wieder den Affen machen. Hirn steht halt nicht hoch im Kurs.

Die Haltestelle sieht allerdings eher so aus, als wenn hier ein Rekordversuch gestartet wird, nämlich wieviel Personen man auf diesem schmalen Stück zusammen pferchen kann. Daher auch der Versuch schon an der vorhergehenden Haltestelle die Bahn zu entern. Diese wohl gemeinte Aktion trifft leider nicht überall auf Verständnis, zumal uns auf dem Weg dahin unsere Bahn entgegenkommt. Tja, Schicksal der Entnervten. Nun kommen wir zwar erst später an, aber die Übersicht über unsere Hammelherde (Schäfchen traue ich mich nicht zu schreiben) ist um einiges leichter. Endlich wieder in der Unterkunft ist es auch bald Zeit für die Nachtruhe, was für die Betreuer quasi so viel wie Freizeit bedeutet. Na dann bis morgen.





Mittwoch 01.07

Neuer Tag, neues Glück. Wäre ja gut, wenn wir Glück nicht nötig hätten. Aber von vorne. Also duschen, Kaffee trinken etc.. Kennen wir alles schon, nur duschen wurde zeitlich nach vorne gelegt, da der Unruhe-Faktor deutlich niedriger ist. Ansonsten alles wie gehabt, sogar die Spielzeiten sind die gleichen wie am Vortag. Immerhin im Unterschied zum letzten Jahr müssen wir uns keine Gedanken über Unpünktlichkeit machen. Und somit gibt es auch kein frühmorgendliches Laufen.

Nach dem Frühstück geht es los. Es verspricht ein warmer Tag zu werden, aber wir sind harte Kerle und Wassereimer mit Schwamm für zwischenzeitliche Erfrischung während des Spiels lassen wir verächtlich in der Unterkunft stehen. Kinderkram. Die Fahrt nach Heden dient schon einmal der Diskussion. Nehmen wir die 7 oder die 8. Die Trainer sind für den kürzeren Weg von der Haltestelle zum Platz. Überflüssig zu fragen mit welcher Linie wir fahren.

Auf dem Platz in Heden bleibt den Betreuern noch Zeit für einen Kaffee, den wir diesmal auch tatsächlich bekommen. Mit dem Kaffee in der Hand sinnen wir darüber nach, was so schwierig daran ist bis drei zu zählen. Anscheinend haben die Jungs doch einige Probleme damit, trotz des hohen Anteils angehender Abiturienten. Warmmachen habe ich auch schon intensiver gesehen, wenn auch nicht unbedingt während dieses Turniers bei unseren Jungs. Das ist vielleicht auch noch eine Besprechung wert. Eine Viertelstunde vor dem Spiel dürfen wir die durch die Tribünen eingefassten Spielfelder betreten. Gilt im Pulk stehen eigentlich auch als Warmmachen?





9 Uhr 40 3.Vorrundenspiel

Mit Kärra HF treffen wir auf eine schwedische Mannschaft. Wie schon in den vorhergehenden Spielen fangen wir mit einem Rückstand an, den wir aber beim 1 : 1 ausgleichen können. Doch die Gegner machen uns eindeutig einen Strich durch die Rechnung indem sie immer wieder Gegenstöße erfolgreich abschließen können. 4 : 1 und 6 : 2 sieht nicht gerade so aus, als wenn man sich auf dem richtigen Weg befindet. Trotzdem können wir uns langsam fangen und beim 7 : 6 haben wir das Gefühl endlich im Spiel angekommen zu sein. Leider verpassen wir den Ausgleich, als wir beim Stand von 8 : 7 einen Strafwurf verwerfen. Der Halbzeitstand von 10 : 9 hält uns dennoch im Spiel. Vielleicht wären wir auch schon einen Schritt weiter, wenn wir nur verstehen würden, dass das Tippen uns noch langsamer macht, als wir sowieso schon sind. Auch wäre es schön, wenn wir diesen verdammten Eimer mitgenommen hätten, denn dann gäbe es jetzt ein wenig Erfrischung. Selbst gewähltes Elend.

Die Anfangsminuten der zweiten Spielhälfte müssen wir dann erst einmal richtig verdauen. Nicht nur dass der Gegner wieder sehr viel schneller im Spiel ist als wir und beim 13 : 9 seinen Vorsprung wieder deutlich ausgebaut hat, nein auch verlieren wir einen unserer Spieler durch Verletzung, die leider so schwerwiegend ist, dass er für den Rest des Turniers ausfällt. Im weiteren Verlauf gelingt es uns nur noch den Abstand in etwa gleich zu halten, um dann mit 15 : 12 die dritte Niederlage zu kassieren.





Das muss jetzt erst einmal verarbeitet werden. Während unser verletzter Spieler einschließlich eines Betreuers mal eben das Göteborger Krankenhaus inspiziert, ist der Rest der Truppe dazu angehalten die weiblich B-Jugend und unsere 2. männliche B-Jugend in ihren Spielen vom Spielfeldrand zu unterstützen. Danach ist etwas Bewegungsfreiheit im Rahmen der Vorgaben vorgesehen. Nur die Ermahnung, sich nicht zu viel in der Sonne aufzuhalten, wird ihnen mitgegeben. Außerdem leihen wir uns den Eimer der 2.Bjugend, denn zu später Mittagszeit wird es mit Sicherheit noch wärmer sein als am frühen Vormittag.









13 Uhr 45 4.Vorrundenspiel

Nun heißt es enger zusammenrücken. Teamgeist ist jetzt besonders gefragt. Zunächst beginnen wir gegen die schwedische Mannschaft von Solleftea HK wie gewohnt. Erst einmal einen 1 : 0 Rückstand. Dann der Ausgleich, aber schließlich doch wieder ein klarer 4 : 1 Rückstand. Dennoch sieht nur das Ergebnis so negativ aus. In der Mannschaft ist mehr Engagement zu spüren als in den Spielen zuvor. So bleibt es auch nicht aus, dass das 4 : 4 dies dann auch endlich widerspiegelt. Noch einmal hat der Gegner beim 5 : 4 die Nase vorn, aber dann sind wir erst einmal an der Reihe. Das 5 : 7 , 6 : 8 und schließlich 7 : 10 zeigen, dass wir nicht nur Punktelieferant sein wollen. Leider können wir den Vorsprung nicht bis zur Pause halten, da der letzte Treffer zum 9 : 10 von den Schweden erzielt wird.

Etwas Erfrischung dank des ausgeliehenen Wassereimers und ein paar aufmunternde Worte und dann geht es schon gleich weiter. Mit dem 9 : 11 geht es auch positiv los. Doch langsam und erst unmerklich kippt das Spiel und mit dankbarer Mithilfe der Unparteiischen, die uns jetzt mit Zeitstrafen beglücken, geraten wir beim 14 : 13 erstmals wieder in Rückstand. Obwohl wir danach beim 15 : 16 noch einmal in Front liegen, kippen die nächsten Hinausstellungen die Begegnungen. Die restliche Zeit spielen wir nahezu permanent in Unterzahl. Ausgewogenheit sieht irgendwie anders aus. Kurz vor dem Ende sehen wir beim 19 : 18 noch einen Hoffnungsschimmer. Doch inzwischen sind die Jungs so platt, dass anstatt des Ausgleichs der Siegestreffer zum 20 : 18 für die Schweden fällt.





Laut gegnerischem Trainer war das aber ein gutes Spiel. Kommt einem so bekannt vor und tröstet nicht wirklich. Looser ist eben Looser. Und der eigene Trainer, der immer so schwer zufrieden zu stellen ist, findet die Leistung doch einigermaßen ansprechend. Immerhin ist es das Beste, was wir bisher gezeigt haben, trotz der Niederlage. Ein wenig scheint das die Jungs dann doch aufzubauen. Nun heißt es noch ein wenig warten, damit wir den ordnungsgemäß ausgeliehenen Eimer auch entsprechend zurückgeben können. Die 2.B-Jugend müsste gemäß Absprache ja eigentlich gleich kommen. In der Zwischenzeit lernt der Trainer das neue Spiel ‚Knuffen bei Bauch frei‘ kennen. Aber ich mache nicht mit, da mir die Spielregeln zu kompliziert sind. Außerdem darf ich noch die näheren Umstände eines 5-Euro-Angebots erfahren und gebe meinen Senf dazu, was niemanden wirklich interessiert. Die Wartezeit zieht sich in die Länge und die Aussicht doch noch rechtzeitig zum Mittagessen zu kommen schwindet. Endlich aber können wir das Leihgut wieder den rechtmäßigen Besitzern übergeben.

Jetzt wird es aber eng. Bis 16 Uhr ist noch Chance auf Mittagessen, nur wir sind schon wirklich spät. In der Hektik lässt einer der Jungs sein Handy auf der Bank liegen. Na, Schwund ist überall. Kurz vor Erreichen unserer Haltestelle in der Nähe unserer Unterkunft bricht die Erkenntnis durch, dass sich eventuell ein Handy verdünnisiert hat. Dann lassen wir mal suchen. Ein wenig Strafe muss sein. Zum Glück ist der Kopf ja angewachsen. Durch die ganze Aktion verpassen wir aber unseren Ausstieg, da die Bahn ohne direkten Haltewunsch nun mal nicht freiwillig stehen bleibt. Die Verblüffung auf den Gesichtern der Jungs ist doch nett anzusehen.

Nachdem wir die Bahn verlassen, lasse ich Großzügigkeit walten und gebe das Handy zurück. Nett, nicht wahr. Das ändert natürlich nichts an dem zusätzlichen Weg, den wir jetzt zu unserer Unterkunft zurücklegen müssen. Nun hat sich das Mittagessen leider doch erledigt, denn angekommen erfahren wir, dass es in einer halben Stunde Abendessen gibt. Immerhin kann man nun erst einmal duschen und muss nicht mehr oder weniger leicht müffelnd das Essen zu sich nehmen.

Nach dem Essen steht der Disco nichts mehr im Wege, nur die Wahl der Klamotten scheint nicht so leicht zu sein. Die Sorgen möchte ich mal haben. Inzwischen ist auch unser Verletzte endlich wieder zurück in der Unterkunft, allerdings mit der Gewissheit keinerlei sportliche Aktivitäten mehr aufbringen zu müssen, wenn man von der Kräftigung der Armmuskulatur einmal absieht. Nach der Disco ist auch dieser Tag abgehakt. Fazit des Tages: Tippen ist Mist. Das allerdings der Mannschaft beizubringen wird eine Sisyphos-Arbeit. Na dann Prost.





Donnerstag 02.07

Ab jetzt geht es abwärts. Die Hälfte unserer Zeit in Göteborg ist um, und Erfolg sieht anders aus. Aber erst einmal das morgendliche Ritual auch wenn bis zum Frühstück diesmal mehr als genug Zeit bleibt. Aus diesem Grund muss der Initiator des Rituals auch alleine aufstehen. Zu früh für alle anderen, aber dafür Ruhe pur. Also genießen. Aber irgendwann ist doch Frühstück. Noch die Krankenabteilung mit Essen versorgt und einen kleinen Plausch abgehalten und dann geht es los. Nachdem ein Stück des Weges zur Haltestelle zurück gelegt ist, fällt uns ein, dass etwas fehlt. Na klar der Eimer. Immerhin haben wir ja auch einen. Also muss einer los, ihn holen. So viele Freiwillige. Da fällt die Entscheidung ja doch ziemlich schwer. Na, dann nehmen wir den Einzigen, der gesagt hat, dass er läuft. Nach dessen Rückkehr mit dem notwendigen Utensil, kann es ja weiter gehen.

Der heutige Tag fängt relativ entspannt an. Spätes aufstehen, natürlich relativ betrachtet. Da wir erst am frühen Nachmittag spielen, haben wir den Vormittag mehr oder weniger frei zur Verfügung. Für Trainer natürlich eine prima Gelegenheit nun eine zusätzliche Trainingseinheit einzustreuen. Machen wir aber nicht. Stattdessen geht es nach Heden, da einige der Jungs noch unbedingt in den Intersportshop wollen, der auf dem Platz seine Pforten für Einkaufswillige geöffnet hat. Die Einkaufsvariante kenne ich eigentlich nur von Mädels, aber solange es nicht mein Geld ist. Das Wetter ist nicht gerade Vertrauen einflößend. Sieht eher so aus, als wenn es jeden Moment regnen will. Kann sich aber anscheinend nicht so richtig entscheiden. Während die Jungs ihrer Einkaufsaktion frönen, sieht sich die übrige Belegschaft noch das eine oder andere Spiel an.

Wir sind gespannt mit welcher Bahn die Jungs denn heute so fahren wollen. Aber die Entscheidung trifft ein anderer Verein für uns. Wir nehmen die andere Strecke. Zum Glück ist das die, die wir sowieso im Visier haben. Ankommen und natürlich erst mal dem obligatorischen Getränk zusprechen. Die Jungs dürfen sich noch ein wenig selbst beschäftigen, bevor die Aufwärmphase beginnt. Zuvor gibt es noch eine Ankündigung, die sie ein wenig auf dem Teppich halten soll. Sollten sie das Spiel heute verlieren, dann lassen wir uns ein schönes Extra-Training einfallen. Obwohl die Chancen für eine Niederlage nicht so gut stehen, denn unserer heutige Gegner ist Gruppenletzter und hat bereits eine horrende Tordifferenz, also eigentlich keine Gefahr.

11 Uhr 25 5.Vorrundenspiel

In diesem letzten Spiel der Gruppenphase wird es exotisch. Unser Gegner ist Birla Public School, eine Mannschaft aus Indien. Dass dort überhaupt Handball gespielt wird. Es stellt sich heraus, dass es tatsächlich reines Entwicklungsland ist. Leider stellt sich ebenso heraus, dass, entgegen der Trainervorgaben, die Jungs das nicht ganz so eng sehen. Zunächst fangen wir wie erwartet an. Ausnahmsweise sind wir für die ersten Tore zuständig. Doch schon bald folgen die berüchtigten Striche am Rand. Einfach nicht konsequent genug im Abschluss. Ein Torwart, der froh ist, dass er nicht getroffen wird, scheint doch so riesig zu sein, dass man den Ball mal so locker über oder neben das Tor setzt. Die Trainer sind sogar nicht amused. Und dann passiert es doch. Der indische Spieler weiß nicht so recht wo er mit dem Ball hin soll, also einfach mal in Richtung Tor werfen, kann so falsch ja nicht sein. Ergebnis 1 : 15 . Irgendwie erscheint das aber ziemlich peinlich. Nicht dass uns das jetzt sehr nahe geht. Die Mannschaft sieht das sehr locker, doch ich wünschte, wir hätten Spieler mit mehr Ehrgeiz auf dem Feld. Der Halbzeitstand von 1 : 18 straft mich Lügen, oberflächlich gesehen.

Noch können wir ja in der zweiten Spielhälfte das wieder gerade rücken, denke ich in jugendlichem Leichtsinn. Kurz nach Wiederanpfiff heißt es 3 : 20 . Dank für nichts. Jungs, wollt ihr mich ärgern?. Natürlich sind wir nicht gefährdet und vielleicht ist es nicht so einfach voll konzentriert zu spielen gegen die Jungs vom Subkontinent, aber wir haben einfach höhere Ansprüche. So dürfen wir dann in Folge noch mehr von unserer glorreichen Abwehrleistung bewundern, die bei einem stärkeren Gegner ausgereicht hätte, uns eine entsprechende Niederlage beizubringen. Das Ende ist ein Sieg mit einem 7 : 32 Ergebnis. Wenigstens 7 Tore zuviel kassiert und ca. 15 zuwenig geworfen. Dabei soll ich lächeln? Kann ich nicht.





Die Mannschaft entgeht der harschen Kritik, die ich auf der Zunge habe, da ich in die Unterkunft muss, denn dort wartet unser verletzte Spieler darauf, bespaßt zu werden. Die Mannschaft darf jetzt noch unsere anderen Mannschaften anfeuern. Hoffentlich können sie das. Ich nehme derweil die Linie 1 zur Unterkunft. Hatte ich noch nicht, kann man ja mal austesten. Auch das fällt heute anscheinend in die Kategorie: schlechteste Zeitspanne des Tages. Zwei Stationen weiter gehört die Fahrt schon der Geschichte an. Also doch wieder die 7, die mich dann ans Ziel bringt.

In der Unterkunft texte ich dann erst einmal unser Sorgenkind voll, obwohl der vollkommen unschuldig am Vormittag ist. Wenn er nicht das Dilemma mit seinem Fuß hätte, würde er sicherlich um einiges aufgekratzter sein, aber dann wären wir beide auch nicht hier. Nach ca. 2 Stunden und zwei gefüllten Ohren kommt der Rest der glorreichen Truppe und erlöst ihn. Allerdings nur kurzfristig. Einmal kurz essen und duschen und dann geht es in Richtung Bergsee. Verdient haben sie diese Belohnung nicht, aber was ist schon gerecht. Da mein Kompagnon die Hälfte des gestrigen Tages im Krankenhaus zugebracht hat, darf er mit der Mannschaft das Vergnügen eines Badetages erleben. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Belohnung ist, zumindest für ihn.

Solange alle weg sind, habe ich genug Zeit zum Nachdenken und komme zu dem Schluss, dass der General heute Abend zu der Leader-Party darf. Ist doch nett von mir. Dass wird jedoch nicht so mit freudigem Lächeln aufgenommen, denn schließlich habe ich mal so eben ganz locker eine Planung über den Haufen geworfen. Und ich muss es ihr auch noch selbst sagen. Das gelingt mir natürlich mühelos in meiner unnachahmlichen charmanten Art und Weise. Kleiner Scherz am Rande. Gegen General hat entschieden, sticht nur noch die Weisheit des Stammesältesten und die Logik, dass es ja unser Spieler ist. Dagegen lässt sich nicht viel stichhaltige Argumentation ins Feld führen, außerdem muss sie ja nicht immer nur die Arbeit haben.

Irgendwann am späten Abend werden die Mannschaften wieder eingesammelt und unsere Mannschaft ist in so aufgekratzter Stimmung, dass wir es nicht über uns bringen, ihnen jetzt noch kurz einen rein zu würgen. Also auf morgen verschieben. Da haben wir vor unserem 1.Spiel im B-Pokal noch genügend Zeit, um ihnen ganz geringfügig die Meinung zu sagen. Na dann gute Nacht.





Freitag 03.07

Der vorletzte Tag bricht an. Heute stehen die ersten KO-Spiele an. Mal sehen wie weit wir denn so kommen. Wir lehnen uns schon mal aus dem Fenster und verkünden, dass wir, wie im vorigen Jahr, die letzten sein werden, die spielen. Aber erst einmal den Vormittag rumbringen bis zum Spiel. Statt wie am Vortag dürfen die Jungs eine halbe Stunde früher frühstücken, denn es steht ja noch die Stunde der Wahrheit an, nämlich die Besprechung des letzten Spieles.

Zum Glück ist schon eine Nacht verstrichen und die Trainer konnten ein wenig abkühlen. Bei den Jungs hat die Halbwertszeit der Erinnerung sowieso schon das meiste dem Vergessen überantwortet. Nur schade, dass sich Trainer auch immer noch an Kleinigkeiten erinnern. So lassen wir die Kameraden erst einmal ihre Sichtweise der Dinge darlegen. Ist doch erstaunlich wie gegensätzlich das so sein kann. Selbst untereinander hat man das Gefühl, dass nicht alle dasselbe Spiel bestritten haben. Nachdem die Spieler sich erklärt haben, sind die Trainer an der Reihe. Das hört sich irgendwie ganz anders an und wie schon erwähnt, einer der Trainer ist nur ganz schwer zufrieden zu stellen. So bleibt es nicht aus, dass die eine oder andere Miene der Spieler nicht mehr ganz so glücklich aussieht, Und hat es was geholfen? Man wird sehen. Da ich aber schon lange im Geschäft bin, ist meine Zuversicht diesbezüglich nicht gerade euphorisch.

Endlich geht es los. Ich schätze auch die Jungs teilen dies Gefühl. Nur weg von der Morgenandacht. Unser Ziel ist Valhalla und wir sind gespannt darauf, welche der Bahnen zuerst kommt. Leider ist es dann auch noch die mit dem kürzesten Weg zum Platz. Wir hätten gerne den längeren Weg in Kauf genommen, aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Angekommen, haben wir noch ein wenig Zeit und ich schnappe mir einen der Spieler, um ein wenig Smalltalk mit ihm zu halten. Mal sehen wie lange das anhält. Dann dürfen die Jungs sich warmmachen. Ist doch großzügig von uns.





11 Uhr 25 B-Pokal 1.Finalrunde

Unser Gegner ist Huddinge HK eine schwedische Mannschaft. Der erste Eindruck besagt, dass es wahrscheinlich kein Selbstgänger ist, aber da die Schweden keinen Spieler zum Auswechseln haben und es eher noch wärmer ist als am Tag zuvor, stehen unsere Chancen nicht schlecht, wenn wir nur schnell genug spielen und das Tempo hochhalten. Dann kann so eine halbe Stunde ziemlich lang sein. Soweit unser Plan. Die Vermittlung dieser Grundidee an die Jungs ist dann aber nicht so einfach, wie sich auch gleich zeigt. Denn was wir uns zunächst abringen, ist nicht gerade dazu geeignet, die Laune der Trainer zu verbessern. Während wir nicht unbedingt so spielen, als wenn wir gewinnen wollten, gelingt es unserem Widerpart durch schnelles Spiel (sollte das nicht unsere bevorzugte Taktik sein?) über 1 : 0 , 3 : 1 schließlich sogar beim 8 : 5 mit 3 Toren in Führung zu gehen. Soviel zum Trainerdasein. Erst ganz am Ende der ersten Spielhälfte gelingt uns beim 9 : 8 der Anschlusstreffer mit einem Gegenstoß.

Kurze Besprechung. Die Jungs noch einmal gerade gerückt und auf die Nöte der Schweden hingewiesen. Wärme, wenig Spieler, Kondition. Mal sehen, ob sie es jetzt begreifen. Immerhin fängt der zweite Teil ganz ordentlich an. Anscheinend haben wir doch etwas verstanden. 9 : 12 und das Blatt hat sich gewendet. Zusehends schwächelt der Gegner. Doch kurzzeitig kommt er noch einmal ins Spiel beim Treffer zum 11 : 12 . Etwas Hoffnung haben sie noch, doch die Zeit ist gegen sie. Die letzten Minuten gehören dann doch uns, und mit dem 11 : 15 schaffen wir den Einzug in die nächste Runde.





Die Jungs sind glücklich, das muss erst einmal reichen. Bis zum nächsten Spiel ist noch genügend Zeit um zur Unterkunft zu fahren, und zu essen. Also ab in die Bahn. Man kann sich echt daran gewöhnen. Einer der Trainer blättert auf seinem elektronischen Spielzeug und entdeckt jedoch, dass wir in den Ergebnislisten als Verlierer geführt werden. Also fahre ich mit der Truppe in die Unterkunft und er nimmt die Bahn in die andere Richtung, um die Dinge klar zu stellen. Als wir die Unterkunft erreichen, ist die Sachlage bereits geklärt und richtig gestellt. Also in Ruhe Mittagessen und unserem Verletzten ein wenig Gesellschaft leisten, bis wir wieder los müssen.

Zurück nach Valhalla. Noch ein wenig in den Schatten auf die Tribüne. Dann wird es Zeit, sich warm zu machen. Erstaunlich wie viel Zeit man damit zubringen kann, seine Schuhe anzuziehen. Aber endlich hat auch der Letzte diese spannende Phase des Ankleidens hinter sich gebracht. Ganz komisch, die Jungs nehmen alle ihre Taschen mit, obwohl der wenige Schatten direkt hinter der Tribüne sein müsste, Na, da sind wir mal gespannt. Wahrscheinlich gehen sie jetzt gleich auf den Platz, in der Hoffnung sich damit nicht so anstrengen zu müssen, denn die Hitze dürfte nicht ganz ohne sein und wird das Aufwärmen schon regeln. Und tatsächlich wir sehen sie auf der gegenüberliegenden Seite auftauchen. Sie haben den längeren Weg gewählt zu ihrem Warmup. Der Weg ist das Ziel, oder wie sollen wir das verstehen. Na hoffen wir, dass es im Spiel etwas zielstrebiger zugeht.





15 Uhr 05 B-Pokal 2.Finalrunde





Mit der zweiten Mannschaft von Saevehof stehen uns wieder Schweden gegenüber. Noch versuchen wir uns das schön zu reden, sehen aber bald den nackten Tatsachen ins Auge. 0 : 2 der Beginn, wie gewohnt im Rückstand. Doch diesmal fangen wir uns nicht. Kontinuierlich bauen die Schweden ihren Vorsprung aus. 2 : 4 , 4 : 7 , 5 : 10 und 6:12 sind die unvermeidliche Stationen. Genauso im Gleichschritt wächst die Anzahl der Striche am Rand de Trainerblocks. Beim 7 : 12 zur Halbzeit ist ihre Anzahl auf 8 angewachsen, was soviel bedeutet, dass wir wenigstens 8 Situationen im Angriff leichtfertig, also ungezwungen, vertan haben bzw. nicht konsequent genug genutzt haben.

Aus diesem Sumpf gibt es kein Entkommen. Es geht nicht nur so weiter, sondern das Chaos ist durchaus steigerungsfähig. 7 : 17 spricht eine deutliche Sprache. Beim 8 : 12 gibt es ein kleines Aufflackern und wir verkürzen auf 11 : 18 . Doch das Spiel ist gelaufen und mit dem Endstand von 12: 20 sind auch wir aus dem 'Favoritenkreis' ausgeschieden.





Ja, deutlich die Grenzen aufgezeigt bekommen, da gibt es nichts zu diskutieren. Der einzige schwache Trost ist, dass wie zuvor angekündigt, wir die letzte Mannschaft sind, die aktiv im Turnier mitgewirkt haben, wenn auch nur als Sparringspartner. Also kein Grund zur Freude. Zurück zur Unterkunft. Und noch einmal die Befragung der eigenen Leistung und auch spezifisch des Warmmachen. Von anstrengend, über ausreichend bis gut ist alles irgendwie vertreten. Einfach erstaunlich wie die Jungs sich sehen. Dann äußern sich die Trainer und bekanntermaßen hört sich das ganz anders an. Da ist dann von Körperspannung die Rede, Abwehrschwäche, unkoordinierte Angriff und über das Warmmachen verlieren wir kaum ein Wort. Was nicht vorhanden ist, darüber kann man nicht viel sagen. Alles Dinge, die man in dieser Form nicht hören möchte.

Weg davon,. Abendessen und dann noch einmal Disco. Verspricht ein ruhiger Abend zu werden. Um 11 Uhr ist Treffpunkt an der Uhr beim Scandinavium. 20 Spielerinnen und Spieler müssen wir einsammeln. Wir sind ein wenig vor der Zeit dort, natürlich ist noch niemand zu sehen. Also gelangweilt hat sich anscheinend niemand. Nach und nach treffen sie ein und erzählen von ungeküssten Momenten, alles Dinge, die ein Betreuer nun wirklich nicht wissen will. Die Frist für das Treffen läuft unerbittlich ab, aber noch fehlen drei Jungs. Wir malen uns schon aus, welche Bonus-Aktion denn noch zu verteilen ist. Aber zu früh Gedanken gemacht. Wir sehen sie laufen und wirklich legen sie eine punktgenaue Landung hin,. Respekt. Auf der Rückfahrt lernen wir auch noch, dass Fiete in Norwegen die Bezeichnung für etwas ist, was hier nicht erwähnt werden soll. Zurück in der Unterkunft ist dann auch bald Sendepause, nachdem noch einmal kurz der Zeitplan für den Abreisetag angerissen wurde. Schicht im Schacht.





Samstag 04.07, Abreise

Tag der Abreise. Kaum zu glauben, dass schon wieder alles vorbei ist. Für uns auf jeden Fall, denn keine unserer Mannschaften ist noch an den Entscheidungen beteiligt. Trotzdem ist heute noch volles Programm angesagt, dafür sorgt schon der General. Da gibt es keinen Leerlauf. Frühstücken, Sachen packen, aufräumen, Räume säubern, Stühle und Tische durch die Gegend tragen. Dies ist nur der Part, der in der Unterkunft zu erledigen ist.

Einer der vergnüglichen Punkte ist noch einmal ein Ausflug zum Bergsee. Das Wetter spielt mit, wie überhaupt die ganze Woche. Total ungewöhnlich, dass nicht für einen winzigen Augenblick eine Regenwolke damit drohte, ihre nasse Fracht über uns zu entleeren. Schon aufgrund des Mangels an Regenwolken. Natürlich gibt es wieder den einen oder anderen Einwand, warum man ausgerechnet selbst nun nicht zum Bergsee ziehen möchte oder kann. Aber die einzige Ausrede, die zählt, ist an Krücken zu gehen, und die kann nur einer von uns in Anspruch nehmen. Also ab in die Bahn und einmal durch Göteborg fahren. Am Endpunkt der Trasse ist noch ein wenig Fußmarsch angesetzt und der Kenner sieht sofort die vielfältigen Möglichkeiten eines abwechslungsreichen Trainings in dieser nicht gerade flachen Umgebung. Am See angekommen arrangieren sich die meisten mit dem Schwimmen oder einfach nur ein wenig von der Sonne wärmen lassen. Nur ein paar wenige maulen rum und zeigen deutlich ihren Missmut, der aber keinen wirklich interessiert. Tja, so alleine kann man in einer Gruppe sein. Nach der guten Stunde Aufenthalt geht es wieder zurück. Eine weitere Stunde Bahnfahrt ist nicht so schön, aber geht auch irgendwie zu Ende.

In der Unterkunft ist Mittagessen angesagt. Hier zeigt sich, dass unsere Mannschaft bezüglich Zusammenhalt noch Einiges lernen muss. Unser verletzte Spieler hat sich ebenfalls zum Essen geschleppt und sich am ersten erreichbaren Tisch hingesetzt. Der Rest der Truppe glaubt dass die Nähe zum Futtertrog der glückseligmachende Moment ist. Auf diese geringfügige Diskrepanz angesprochen, herrscht doch eine gewisse Sturheit. Ihr verletzter Mannschaftskamerad kann alleine sitzen bleiben, das hat er davon, wieso verletzt er sich auch. Na Jungs, wird registriert und Ihr könnt sicher sein, es wird nicht vergessen und zieht Konsequenzen beim nächsten Turnier nach sich. Selbst gewähltes Elend.

Noch einmal nach Heden, wo jetzt die Finalspiele stattfinden. Denn noch haben wir viel Zeit bis unsere Fähre ablegt. Angekommen dürfen die Kids oder Teens oder wie man sie auch immer bezeichnen mag, im Rahmen der Vorgaben sich frei bewegen. Wir zwingen niemand dazu den Spielen zuzusehen oder einkaufen zu gehen. Die Betreuer wählen in der Regel die Lern-Variante, sprich, mal sehen, warum die anderen im Finale stehen und wir nicht. Obwohl die Beschallung uns fast von den Plätzen fegt, gelingt es einem der Betreuer schon einmal kurz die Augen auszuruhen. Mann, wie ich das beneide. So richtig dynamisch sind die Aktionen auf den Spielfeldern allerdings auch nicht mehr, aber nach so einer Woche ist das nur verständlich. Organisatorisch ist alles Bestens, nur manche Verlierer könnten etwas mehr Sportsgeist in sich tragen.

Die Zeit ist gekommen, das letzte Mal die Unterkunft aufsuchen, um das Gepäck abzuholen, welches wir netterweise dort zwischenlagern durften. Prompt kommt die Frage nach einer kurzen Stippvisite bei Lidl (gibt es auch in Schweden). Es sollen wohl noch einige Einkäufe für die Rücktour gebunkert werden. Also bei den gut zwei Stunden, die wir uns gerade hier aufhalten, war wirklich gar keine Zeit, das auch noch zu erledigen. Doch die Betreuer sind nicht zu erweichen, immerhin gibt es ja einen Zeitplan. Die Einkaufsmöglichkeit ergibt sich aber dann doch noch bei unserer Unterkunft und schwupps ist bereits ein Teil verschwunden. Also, wir sind gar nicht so unnachgiebig.

Zur Fähre geht es mit der 1. Die ca. 35 Personen blockieren mit ihrem Gepäck jede Menge Platz in der Bahn. Doch die Schweden nehmen das stoisch hin und sind mit Sicherheit froh, dass der Partille-Cup dem Ende zugeht. Die Fahrt dauert auch nicht all zu lang. Dort wo wir aussteigen wird kurz sinniert in welche Richtung der Tross nun rollen soll. Eine kurze Wette zwischen General und Stammesältesten wird dahingehend entschieden, dass die Orientierung des Generals für dieses Mal wohl die bessere ist. Man muss eine Niederlage auch eingestehen können. Also mit Sack und Pack in Richtung Fähre. Wer dort schon einmal zu Fuß unterwegs war, weiß, dass die Schweden vor deren Erreichung eine wunderbare Treppe angelegt haben. Als unsere Schutzbefohlenen dieser ansichtig werden, kommt nicht gerade ein freudiges Strahlen auf die Gesichter. Also doch noch Sport. Nur einige wenige (ich schwanke zwischen faul und clever) entdecken den gut versteckten Fahrstuhl.

Im Fährenterminal ist es zunächst ruhig und die wenigen Sitzplätze werden schnell mit Beschlag belegt. Doch nach und nach kommen noch einige dänische Mannschaften, die auch nach Hause wollen. Nur haben sie zum Teil noch Zusatzgepäck dabei. Die silbernen und goldenen Trophäen der Finalteilnehmer. Während der General ein klein wenig wehmütig diese registriert, ist dies für unsere Mannschaften kein Grund zum Trübsal blasen. Endlich kommt die Fähre und gegen 20 Uhr 30 beginnt die nächste Etappe. Gelegenheit für Verlierer ihre Wettschulden zu begleichen. Noch sind unsere Jugendlichen nicht müde und sind vor allem damit beschäftigt, die Truckersitze zu vereinnahmen.

Um Mitternacht legen wir in Frederikshavn an. Jetzt nur noch das Gepäck aus der Gitterbox geholt und ab in den Bus. Dann kann es losgehen. Hört sich erst einmal einfach an. Am Terminal werden jedoch eine ganze Anzahl Gitterboxen ausgeladen und alle wohl gefüllt. Und wie sich herausstellt, weiß niemand so richtig, welche nun die richtige ist. Außerdem stehen noch jede Menge Busse auf dem Platz, so dass man durchaus den Überblick verlieren könnte. Doch Gepäck aufnehmen und im Bus verstauen, geht trotz des allgemeinen Gewusels recht zügig vonstatten. Bald ist der Bus mit Gepäck und Jugendlichen beladen und anscheinend ist keine dieser Komponenten verlustig gegangen. Einen großen Bus haben wir auch noch und so ist eigentlich genügend Platz für jeden. Ca. 0 Uhr 30 geht die Busfahrt los. Anvisiert ist eine Ankunftszeit von 4 Uhr morgens sicherlich sehr zur Freude der abholenden Eltern.

Während sich schon bald alle in Morpheus Armen befinden, na gut, nicht alle, rauschen wir sozusagen durch die Landschaft, nur überholt von eiligen Dänen, die hier ja sowieso einen Freiflugschein besitzen. Bei einigen, der hier Ruhenden, scheint die Konfirmandenblase ein eigenes Leben zu entwickeln. Liegt wahrscheinlich daran, dass auf der dreieinhalbstündigen Fahrt mit der Fähre, dafür nicht auch noch Zeit war. Also heißt das, den nächsten Rastplatz aufsuchen und dort dem Drang nachgeben. Dann geht es weiter. Aber was ist eine Fahrt, ohne sich wenigstens einmal zu verfahren. Gott sei Dank können wir das noch schnell nachholen, als wir doch lieber Richtung Odense fahren, als stur unser Ziel Flensburg im Auge zu haben. Nachdem wir begutachtet haben, dass die Brücke bei Fredericia noch steht, können wir uns ganz beruhigt wieder dem ursprünglichen Zielort zu wenden.

Leider ist nun natürlich der angekündigte Ankunftszeitpunkt nicht mehr einzuhalten. Na, da wollen wir mal nicht kleinlich sein. Mit ca. 20minütiger Verspätung kommen wir dann endlich wohlbehalten an. Inzwischen ist es auch schon hell, und es stellt sich die Frage aufbleiben oder noch einmal hinlegen. Als endlich auch die letzten abgeholt sind, es haben tatsächlich welche geschafft nicht rechtzeitig am Treffpunkt zu sein, kann der Partille Cup 2015 zu den Akten gelegt werden, wenn da nicht noch dieser Bericht wäre.

Haben wir was gelernt? Natürlich. Die Pünktlichkeit ist doch einigermaßen akzeptiert worden. Abzählen ist allerdings schwieriger geworden (ich nehme an wg. uncool). Manche Freiheiten werden wohl wieder etwas eingeschränkt werden, da einige sich für superschlau halten und im Angesicht der Betreuer ganz lässig mal eben auf dem Handy spielen. Wie gesagt Jungs, ich sage nicht zu allem etwas, aber blind bin ich nicht, noch nicht. Solche Dreistigkeiten rächen sich irgendwann. Aber ansonsten kann ich sagen, doch relativ pflegeleicht, so dass es uns immer noch Spaß macht, auch in hohem Alter, die kurzen Nächte auf Luftmatratzen, Feldbetten oder ähnlichem zu zubringen. Vielen Dank Jungs, es war wieder ein Erlebnis.